34. Bayerischer Musikschultag vom 13. bis 15. Oktober 2011 in Cham

Eröffnungsrede 34. Bayerischer Musikschultag in Cham


Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Konzertbesucher,

Im Namen des leider erkrankten Schulleiters Paul Windschüttl sowie des gesamten Kollegiums der Landkreismusikschule Cham ist es mir eine große Ehre, Sie heute Abend zum Eröffnungskonzert der 34. Bayerischen Musikschultage im Zusammenhang mit dem 20jährigen Jubiläum der Landkreismusikschule Cham begrüßen zu dürfen.

Ein besonderer Gruß geht heute Abend an

Die erste Bürgermeisterin der Stadt Cham, Frau Karin Bucher

Unser oberster Dienstherr, Herr Franz Löffler, Landrat des Landkreises Cham und Bezirkstagspräsident der Oberpfalz, lässt sich für heute leider entschuldigen.

Von der Verbandsspitze des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen begrüße ich ganz herzlich die beiden Ehrenpräsidenten  Herrn Altoberbürgermeister Dr. Josef Höß sowie Altlandrat Hanns Dorfner. Landrat Martin Bayerstorfer, der Präsident des VBSM kann heute leider ebenfalls nicht anwesend sein.

Vom Bundesverband deutscher Musikschulen heiße ich den Bundesgeschäftsführer Herrn Matthias Pannes recht herzlich in unserem Landkreis willkommen.

Für die Redaktion Laienmusik des Bayerischen Rundfunks begrüße ich Herrn Stephan Ametsbichler und Herrn Franziskus Büscher. Ihr Team ist schon seit Tagen im Landkreis unterwegs, um die Klänge unserer Musikschule professionell zu „konservieren“.

Ein Willkommensgruß geht auch an Franz Wittmann, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse im Landkreis Cham. Die Sparkasse ist ja neben vielen weiteren Sponsoren immer ein verlässlicher Partner, wenn es um die Belange der Musikschulen geht. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön !

 

Nicht weniger herzlich begrüße ich alle übrigen Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung, Kirche und Gesellschaft und lade Sie ein, in den kommenden zwei Tagen die Vielfalt der Bayerischen Sing- und Musikschulen zu erleben und sich von der Herzlichkeit und Gastlichkeit des Landkreises Cham und seiner Menschen verwöhnen zu lassen.

Ein besonderer Gruß gilt natürlich auch den Vertretern der Presse für Ihre hoffentlich wohlwollende Berichterstattung über dieses überregionale Ereignis und last but not least richten wir ein herzliches „Vergelt’s Gott“ an das Konvent der Redemptoristen, namentlich Herrn Pater Renju für die Überlassung ihrer schönen und stimmungsvollen  Klosterkirche für den heutigen Konzertbend.

  

Meine Damen und Herren,

das 20jährige Jubiläum einer Musikschule zu begehen und gleichzeitig den Bayerischen Musikschultag sowie den Tag Oberpfälzer Musikschulen quasi im Dreierpack durchführen zu dürfen ist Herausforderung und Glücksfall zugleich. Daß die Vergabe dieses Großereignisses im Jahre 2011 an die doch noch recht junge Landkreismusikschule Cham erfolgte, erfüllt uns alle mit Stolz und Dankbarkeit. Bei der Anzahl Bayerischer Sing- und Musikschulen trifft es jede Einrichtung rein statistisch betrachtet etwa alle 200 Jahre. Da meine Kollegen mir zum großen Teil glaubhaft versichert haben, in 200 Jahren aus den verschiedensten Gründen nicht zur Verfügung zu stehen, freuen wir uns natürlich besonders, in diesem Jahr Ihre Gastgeber zu sein.

 „Musik verbindet“ lautet nicht von ungefähr das Motto der Landkreismusikschule im 20. Jahr ihres Bestehens. Einfacher und unmissverständlicher als mit diesen zwei Worten lässt sich das wesentliche Bildungsziel einer Musikschule wie der unsrigen wohl kaum definieren. Menschen aller Altersstufen wird in der lebensbereichernden und sinnstiftenden Betätigung des gemeinsamen Musizierens ein Instrumentarium an die Hand gegeben, das es ermöglicht, mit Menschen auf der ganzen Welt eine gemeinsame Sprache zu sprechen, nämlich die Sprache der Musik. Das hierbei Schlüsselqualifikationen erworben werden, die für eine aktive Mitgestaltung unserer Gesellschaft von großer Bedeutung sind, wie zum Beispiel soziales Verhalten, Toleranz, Selbstvertrauen oder Konfliktfähigkeit, stellt heute niemand mehr in Frage.

Durch den überwiegend dezentral erteilten Unterricht in fast allen Gemeinden des Landkreises Cham in Kooperation mit vielen Partnern sowohl innerhalb als auch außerhalb der Landkreisgrenzen entstand in den vergangenen 20 Jahren ein Netzwerk, auf das wir zu Recht stolz sein dürfen. Die Dankbarkeit hierfür drückt sich besonders in den Benefizkonzerten der Landkreismusikschule in allen 39 Mitgliedsgemeinden des Landkreises aus, die im Jubiläumsjahr bereits stattgefunden haben oder noch stattfinden werden und deren Erlös einer Einrichtung am jeweiligen Ort zu gute kommt.

Das verbindende der Musik zum 34. Bayerischen Musikschultag, der mit dem heutigen Eröffnungskonzert seinen Auftakt nimmt, bestätigt sich auch an diesem Abend auf eindrucksvolle Weise. Mein Dank gilt vorab allen beteiligten Chören, Orchestern und Ensembles, die sowohl den heutigen Abend als auch die kommenden Tage in vielfältigster Weise gestalten werden.

 

Liebe Konzertbesucher, verehrte Gäste,

musikalische Bildung schafft Identität, vermittelt Traditionelles, entwickelt es weiter und verknüpft es mit Modernem. Dafür stehen wir als hochqualifizierte Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Musikschulen ein. Die musikalische Bildungslandschaft verändert sich stetig und manchmal vielleicht sogar schneller, als es uns allen lieb ist. Kommunale Musikschulen sind hochflexible Einrichtungen und werden immer am Puls der Zeit sein, solange die Rahmenbedingungen stimmen, die uns von der Politik bereitet werden. Wir bitten daher alle gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um in einer kulturell hochangesehenen Bildungsnation dem kulturellen und geistigen Verfall entschieden entgegenzuwirken und die Menschheit ein bisschen menschlicher zu machen, nämlich durch die Kraft der Musik.

Ich möchte meine Ausführungen mit drei Zitaten beschließen, die den Wert der musikalischen Bildung und somit den Wert der Musikschularbeit untermauern. Das erste Zitat stammt aus einer Zeit, als es noch keine Musikschulen nach heutigen Muster gab und von einem Menschen, von dem man eine solche Äußerung vermutlich nicht unbedingt erwartet hätte. Kaiser Napoleon I. bemerkte:

„Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluß auf das Gemüt, ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten Unterstützen.“

Diesen Gedanken griff Otto Schily, ehemaliger Innenminister unseres Landes, in jüngster Zeit und in etwas abgewandelter Form wieder auf, als er bemerkte:

Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.“

Von unserem ehemaligen Landrat und jetzigem Bayerischen Sparkassenpräsidenten Theo Zellner, der, die Bemerkung sei mir gestattet, vermutlich weder mit Napoleon noch mit Otto Schily allzu viel gemeinsam haben dürfte, stammt der Satz:

„Jeder Euro, der in die Musikschule investiert wird, ist gut angelegt.“

Theo Zellner wird auf dem morgigen Festakt nicht zuletzt aufgrund dieser Aussage mit der Carl-Orff-Medaille ausgezeichnet. Wir freuen uns schon darauf.

In diesem Sine danke ich Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit, wünsche Ihnen ein schönes Konzerterlebnis und erbauliche sowie begegnungsreiche Tage im Landkreis Cham bei den 34. Bayerischen Musikschultagen.

Herzlichen Dank.

 

Marcus Müller, Lehrer an der Landkreismusikschule Cham